Blindtest

Oktober 8th, 2010

«20 Minuten» kritisierte die Coop-Ringier-BettyBossi-aldente-Connection und forderte implizit blindere Blindttests. In diesem Sinne veröffentliche ich nun einen Blindtest, für dessen Unabhängigkeit ich die Hand ins Feuer legen kann. Durchgeführt im Spätsommer 2010 im Rahmen eines geselligen Bierabends in einer Berner WG. Die professionelle Jury: Ein zusammengewürfeltes Team aus acht Bierliebhabern. Ein Grafiker, eine Politologin, ein Industriebodenleger sowie Juristen und Journalisten.

Die fröhliche Runde testete die folgenden 15 Biere (in Klammern das Herkunftsland):

Felsenau Lager (CH), Drinks of the World (CH), Prix Garantie (CH), Feldschlösschen (CH), Gralsburg Export (DE), Quöllfrisch (CH), Feldschlösschen Alkoholfrei (CH), Denner Lager (CH), Einsiedler Lager (CH), Egger Galopper (CH), Tell (CH), Löwenbräu (DE), Feldschlösschen Premium (CH), Kronenburg 1664 (FR) und Heineken (NL).

Die Produkte wurden in der oben erwähnten Reihenfolge aus neutralen IKEA-Gläsern degustiert und bezüglich Gesamteindruck benotet (Notenskala 1-10, wobei 10 die Maximalnote war). Weiter versuchten die Jurymitglieder Charaktereigenschaften der Biere (Süssigkeit, Kräftigkeit, Wässrigkeit, etc.) herauszuspüren und trugen auch diese Empfindungen im Testbogen ein (vgl. Detailauswertung). Um allfällige Abweichungen feststellen zu können, tischte der Testleiter drei Getränke zwei- bzw. dreimal auf.

Hier die Testergebnisse in der Kategorie Gesamteindruck:

Detaillierte Testresultate nach Kategorien im Excel-Format

Ein deutsches – mir bisher unbekanntes – Bier aus dem Denner, für umgerechnet weniger als 20 Rappen pro Stange, wurde Gesamtsieger. Gefolgt von einem französichen Massenbier und – endlich – einem Schweizer Bier aus der kleinen Brauerei Rosengarten in Einsiedeln. Meine vermeintlichen Lieblingslager von Egger und Felsenau landeten unten auf der Rangliste. Immerhin: Das einzige alkoholfreie Bier im Test schnitt am allerschlechtesten ab – jedenfalls in einem von zwei Degustationsdurchläufen.

Fazit: Gutes Bier ist nicht unbedingt teuer, stammt nicht unbedingt aus der Region und schmeckt nicht unbedingt immer gleich gut. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Sicher ist deshalb nur eines: «Ein Blindtest ist neutral. Basta!»

Krieg in Bern? Oder alles nur Show?

September 30th, 2010

Gestern Nachmittag auf dem Bundesplatz: Eine Bürgerin sammelt Unterschriften: Der Bundesrat soll ihrer Meinung nach vom Parlament aufgelöst und neu gewählt werden. Auch der grüne Nationalrat Geri Müller kommt kurz vorbei. Aus höflicher Distanz schaut er skeptisch auf das unleserliche Plakat der aufgewühlten Durchschnitt-Schweizerin und macht sich schnell wieder davon – um dann ein paar Meter davon entfernt, im Schatten des mächtigen Hauptgebäudes der Berner Kantonalbank, auf seine Bekanntschaft zu warten. Das gemeine Volk diskutiert alleine. Die unterschriftensammelnde Frau ist überzeugt, dass die Petition etwas bewirken wird: «Ich habe zuvor beim Parlament angerufen. Sie sind mit der Situation im Bundesrat auch nicht zufrieden, weshalb sie meine Aktion unterstützen. Jede Unterschrift zählt, haben sie gesagt.» Nicht alle sind so kämpferisch. Ein Dazugelaufener hat bereits resigniert: «Das bringt doch nüt. Die mache sowieso, was si wei.»

Noch vor einer Woche waren alle so glücklich über die sachkomptente Simonetta Sommaruga und den authentischen Johann N. Ammann, …eh Schneider. Sogar die SVP hatte fast nichts zu meckern und die «NZZ» schrieb von Freude und Genugtuung. Und nun, eine Woche später, muss der «Blick» den Krieg ausrufen.

Das erinnert mich stark an BigBrother: Eine Woche Harmonie, dann Krieg – begleitet von Kameras in jeder Ecke.

Vielleicht wäre es ehrlicher, wenn die Departementsverteilung nächstes Mal im Rahmen einer Robinson-Staffel erfolgen würde. Der Gewinner kriegt das UVEK – oder die Finanzen. Und für Parteipräsidenten gibts zum Glück die Supernanny.

Bärn sändelet

August 31st, 2010

Heute Mittag lag hier auf der grossen Schanze noch ganz viel Sand. Ein gelbes Baggerli fuhr zwischen dem Sandberg in der Mitte des Platzes und einer Mulde am Rande des Platzes hin und her. Mit voller Schaufel hin und mit leerer Schaufel her.

Wo die wohl diese Mulde mit all dem überflüssig gewordenen Sand vom Berner CityBeach hin brachten?

*

Heute Abend liegt auf dem Bundesplatz ganz viel Sand. Rund um die Sandtürme bauen starke Männer aus schweren Metallelementen eine Tribüne. Denn ab morgen findet hier die Schweizer Meisterschaft der Coop Beachtour (Beachvolleyball) statt.

Wo die wohl all diesen Sand her haben?

Sonntagnachmittag in der Schweiz

August 9th, 2010

Zwei Männer tragen das Rednerpult für die Siegerehrung in Richtung Schwingplatz. Ein Mädchen bringt Blumensträusse für die Gewinner.

Seit über 500 Jahren soll gemäss Überlieferungen auf der Lüderenalp im Emmental bereits geschwungen werden. An der diesjährigen Lüderen-Schwinget bezwang Beat Salzmann im Schlussgang Jonas Michel nach 3 Sekunden mit Hüfter.

Quellen: Schwingklub Sumiswald, Schlussgang

«A Schundblatt!»

August 5th, 2010

Für Reinhard N.* aus Niederösterreich ist klar: «Des is a Schundblatt!»

Trotzdem lesen knapp drei von etwa acht Millionen Österreichern die Kronen Zeitung – das Blatt ist gemessen an der Einwohnerzahl eine der stärksten, erfolgreichsten und einflussreichsten Zeitungen der Welt.

Das ist wohl auch der Grund, weshalb die kronschen Kolumnisten schreiben können, was immer ihnen gerade in den Sinn kommt:

Gar keinen Sinn ergibt diese Meldung auf krone.at:

Weshalb sind die Religionslehrerin, ihre gehbehinderte Mutter (79) und Hund Kenny mitten in der Nacht in Salzburg trotz Reservierung ausgesetzt worden? Aufgrund des überfüllten Zuges? Oder etwa weil die Sirenen heulten? Und was hat die Klimaanlage damit zu tun? Hauptsache Horror?

Na zum Glück gibt es in Österreich auch Qualitätszeitungen, die nicht über nutzlose Schmarotzer oder ausgesetzte Omas berichten, sondern über Politik – belegt mit harten Fakten:

Und zum Schluss noch dies:

*Name der Redaktion bekannt.

Ausrisse: Kronenzeitung vom 29. Juli 2010, krone.at vom 26. Juli 2010, Heute vom 26. Juli 2010, heute.at vom 5. August 2010

Quelle: Wikipedia/Kronenzeitung

Auffällig

Juli 24th, 2010

Glücklicherweise kamen die Kinder noch einmal davon.

P.S.: Eigentlich waren’s gar nicht acht Rinder: “Im luzernischen Ufhusen tötete ein Blitz vier Kühe, drei Rinder und ein Kalb auf einer Weide, wie die Kantonspolizei Luzern mitteilt.” Und der Inder ist übrigens wieder aufgetaucht: “Im Reusswehr in Rathausen, Kanton Luzern, ist die Leiche eines 25-jährigen Inders gefunden worden.

Ausriss: NZZ vom 16. Juli 2010

CNN zwitschert leicht daneben

Juli 12th, 2010

Jetzt fragst du dich sicher, wie einem so seriösen Nachrichtensender ein solcher Fehler passieren konnte:

Quelle: twitter.com/cnnbrk

————— Zürich —————————–

Juni 17th, 2010

Quelle: Tagesanzeiger vom 10. Juni 2010