Norge

Na gut, der Titel verspricht zu viel. Viel haben wir von Norwegen ja nicht gesehen. Dafür Oslo: Was für eine hübsche Stadt. Gelegen in einer Bucht, eingebettet in eine waldige Hügellandschaft, gefüllt mit architektonischen Highlights. Der erste Eindruck hingegen war anders. Wir erreichten Oslo erst gegen Abend, als die reiche Mittelschicht bereits in der heimigen Stube vor dem Fernseher sass. So sahen wir in den Strassen fast ausschliesslich Bettler, Hafenhuren und andere zwielichtige Gestalten. In der Bar im Stadtzentrum befanden wir uns jedoch sofort wieder mitten im wohlhabenden Mittelstand. Kein Wunder, ein grosses Bier zu Österreich-Deutschland kostet schliesslich auch CHF 16.-. Ich begnügte mich dann zähneknirschend mit einem Kaffee für halbsoviel Geld.

Geld war permanentes Gesprächsthema während unseres Aufenthaltes in Oslo. Schon oft wurde ich darauf hingewiesen, dass Norwegen ein teures Land sei, aber die Preise übertraffen alle meine Vorstellungen. Hier ein paar Beispiele (in Schweizer Franken):

Bleifrei 95: 2.60/l
Bier an der Bar: 16.-/6dl
Bier im Supermarkt: 4.-/3dl
Zigaretten: 15.-/Päckli
Wasser am Kiosk: 5.-/5dl
BigMac-Menu: 16.-
Mehrwertsteuer (Dienstleistungen): 25%

Und geschenkt wird einem gar nichts. Bsp. Hostel: Parkplatz, Internet und Bettwäsche kosten zusätzlich und wer unerlaubterweise im mitgebrachten Schlafsack nächtigt, bezahlt eine Busse von CHF 40.-.

Abgesehen von den hohen Ausgaben haben wir unseren Ausflug nach Oslo aber sehr genossen. Besonders eindrucksvoll waren das kürzlich eröffnete Opernhaus, die Skisprungschanze Holmenkollen, die wunderschöne Fjord-Bootsfahrt und das moderne Neubauquartier rund um den Hafen.

Das Opernhaus hat übrigens ca. CHF 800 Millionen gekostet und zu dessen Eröffnungsfeier präsentierte sich die Frau Bundeskanzlerin so grossausschnittig, dass die Medien über Merkels Auftritt wochenlang diskutieren konnten.


Größere Kartenansicht

Ein Verbot ist ein Verbot, nur dass das klar ist!

Skandinavische Familienpolitik

Was für eine tolle Erfindung. Mit der Velo-Chipkarte kann man an fast hundert Standorten Fahrräder ausleihen. Diese kann man dann an einem beliebigen Standort wieder zurückbringen. Tubeli- und Diebstahlsicher.

Mövenpick’s Marché gibts auch in Norwegen. (Und wer gut hinguckt kann beim Bild mit den Fahrrädern im Hintergrund noch eine Coop-Werbung erkennen.)

3 Responses to “Norge”

  1. Gerda sagt:

    es war sooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo schön :)
    wünsch euch noch eine tolle weitere Reise
    denk an euch :)

  2. Christine sagt:

    Wunderschön! Norwegen ist wirklich genial schön! Nur halt bissi dunkel im Winter. Und falls etwas passieren sollte: lasst Euch UNBEDINGT von der Rega heimschaffen, glaubt den norwegischen Ärzten nicht, dass sie es im Griff haben. Ich sprech aus bitterer Erfahrung – mein Röntgenbild vom Knöchelbruch wird jetzt noch für den Unterricht verwendet :-)

    Weiterhin schöne Reise!

  3. Peter sagt:

    Diese sorte Leihfahrräder gibt es auch in Barcelona – genau das gleiche System. Es steht zwar da allerdings ausdrücklich auf der Homepage, dass die nicht für die Touristen, sondern nur für die lokale Bevölkerung gedacht seien.