Blindtest

«20 Minuten» kritisierte die Coop-Ringier-BettyBossi-aldente-Connection und forderte implizit blindere Blindttests. In diesem Sinne veröffentliche ich nun einen Blindtest, für dessen Unabhängigkeit ich die Hand ins Feuer legen kann. Durchgeführt im Spätsommer 2010 im Rahmen eines geselligen Bierabends in einer Berner WG. Die professionelle Jury: Ein zusammengewürfeltes Team aus acht Bierliebhabern. Ein Grafiker, eine Politologin, ein Industriebodenleger sowie Juristen und Journalisten.

Die fröhliche Runde testete die folgenden 15 Biere (in Klammern das Herkunftsland):

Felsenau Lager (CH), Drinks of the World (CH), Prix Garantie (CH), Feldschlösschen (CH), Gralsburg Export (DE), Quöllfrisch (CH), Feldschlösschen Alkoholfrei (CH), Denner Lager (CH), Einsiedler Lager (CH), Egger Galopper (CH), Tell (CH), Löwenbräu (DE), Feldschlösschen Premium (CH), Kronenburg 1664 (FR) und Heineken (NL).

Die Produkte wurden in der oben erwähnten Reihenfolge aus neutralen IKEA-Gläsern degustiert und bezüglich Gesamteindruck benotet (Notenskala 1-10, wobei 10 die Maximalnote war). Weiter versuchten die Jurymitglieder Charaktereigenschaften der Biere (Süssigkeit, Kräftigkeit, Wässrigkeit, etc.) herauszuspüren und trugen auch diese Empfindungen im Testbogen ein (vgl. Detailauswertung). Um allfällige Abweichungen feststellen zu können, tischte der Testleiter drei Getränke zwei- bzw. dreimal auf.

Hier die Testergebnisse in der Kategorie Gesamteindruck:

Detaillierte Testresultate nach Kategorien im Excel-Format

Ein deutsches – mir bisher unbekanntes – Bier aus dem Denner, für umgerechnet weniger als 20 Rappen pro Stange, wurde Gesamtsieger. Gefolgt von einem französichen Massenbier und – endlich – einem Schweizer Bier aus der kleinen Brauerei Rosengarten in Einsiedeln. Meine vermeintlichen Lieblingslager von Egger und Felsenau landeten unten auf der Rangliste. Immerhin: Das einzige alkoholfreie Bier im Test schnitt am allerschlechtesten ab – jedenfalls in einem von zwei Degustationsdurchläufen.

Fazit: Gutes Bier ist nicht unbedingt teuer, stammt nicht unbedingt aus der Region und schmeckt nicht unbedingt immer gleich gut. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Sicher ist deshalb nur eines: «Ein Blindtest ist neutral. Basta!»

One Response to “Blindtest”