Goa-Party

Wir verliessen den Norden und fuhren zurueck nach Agonda. Wir waren bei Viktor, dem Land- und Kioskbesitzer von unserem “Sandy Feet”, zum Nachtessen eingeladen. Das liessen wir uns nicht entgehen. Bereits als wir am Dienstagnachmittag nach Agonda fuhren, erzaehlte uns der Taxichauffeur von einem riesigen Festival, das am Wochenende in Agonda stattfinden soll. Eine richtige Goaparty – mitten im Dschungel.

Bereits am naechsten Tag, kam erhielten wir von einer jungen Frau einen Flyer in die Hand gedrueckt:

Es sollte eine massive Party werden: Drei Tage, ueber 40 DJs und mit bis zu 2’000 Teilnehmern. 600 Tickets seien bereits vorverkauft.

Wie ich ja bereits geschrieben hatte, finden in Goa kaum mehr Open-Air Raves statt. Ich entschied mich also nach langem hin und her dafuer, den Zug nach Bangalore ohne mich fahren zu lassen. Eine Goa-Party in Goa wollte ich mir dann eben doch nicht entgehen lassen.

Am Abend kam mir dann eine weniger schoene Nachricht zu Ohren: Der Eintrittspreis wuerde 2’500 Rupies betragen, das sind etwa 65 Franken. Definitiv sehr sehr teuer, fuer indische Verhaeltnisse. Mir wurde dann erklaert, dass es viel kosten wuerde, alle Bewilligungen fuer eine solch grosse Party “einzuholen”, um so zu verhindern, dass die Behoerden die Party abbrechen wuerden.

Am Mittwochmorgen, zwei Tage vor Festivalbeginn, folgte dann die naechste unerfreuliche Nachricht. Ich kam gerade schlaftrunken aus meinem Bambushaeuschen, da sagt Rana vom “Sandy Feet” zu mir: “The party is cancelled, they destroyed everything.” Ich schlug die Zeitung auf und bestellte einen Kaffee:

Es folgte ein Tag, an dem viel geredet wurde, aber niemand wirklich eine Ahnung hatte. Die Party finde nun im 20 Minuten entfernten Patnem statt, hiess es ploetzlich. Andere fanden, dass die Party sehr wohl in Agonda stattfinden wuerde, die Behoerden wuerden nur mehr Geld verlangen.

Am Nachmittag kam ich mit einem deutsch/oesterreichischen Paar ins Gespraech, die sich fuer Tickets interessierten und die auf dem Flyer aufgedruckte Infonummer angerufen hatten. Am Telefon habe man ihnen erklaert, die Party finde nun in Gokarna statt, etwa 2 Stunden suedlich, im Staat Karnataka. Kaum sei ihnen das gesagt worden, sei die Person am anderen Telefonende aber unterbrochen und das Telefon weitergereicht worden. Dann sei ihnen erklaert worden, dass ihnen erst gesagt wuerde, wo die Party stattfinde, sobald sie ein Ticket gekauft haetten.

Ich entschied, vor Ort zu gehen und mich auf dem Festivalgelaende umzusehen. Ich hoffte, dass ich auf Leute treffen wuerde, die mehr wissen und mir mit Klarheit sagen koennen, ob und wo die Party nun stattfinden wuerde. Bereits am Eingang zum Gelaende wurde ich weggewiesen. Die Polizei und die Behoerden seien vor Ort, um zu verhandeln.

Spaetabends kam Viktor, der Landbesitzer, zu mir. Bis anhin war er immer sehr zuversichtlich. Er war ueberzeugt, dass die Party in Agonda stattfinden wuerde. Das sei nur eine Frage der Verhandlungen und des Geldes. Doch ploetzlich war er nicht mehr so optimistisch: Die Party wuerde nicht in Agonda stattfinden. Ich solle morgen die Zeitung lesen.

So las ich am Donnerstagmorgen die Zeitung:

Im Laufe des Tages machten dann wieder verschiedene Geruechte die Runde. Die Party finde nun in Morjim statt, in Goas Norden. Oder die Party finde nun wirklich in Gokarna statt, aber erst eine Woche spaeter, da ja nun alles neu aufgebaut werden muesste und mit den Behoerden des Staates Karnataka verhandelt werden muesse.

Morgen wuerde Freitag sein, der Tag an dem die Party beginnen sollte. Egal, mein Zug war sowieso bereits abgefahren.

Am Freitag war das Thema im oHERALDo keine Titelgeschichte mehr. Ein kleiner Artikel liess verlauten, dass die Party wohl definitiv nicht in Agonda stattfinden wuerde:

Ich begleitete Domi an den Flughafen, fuhr zurueck nach Agonda und ging ins naechste kleine Reisebuero. Dort buchte ich mir eine Busreise nach Bangalore fuer den naechsten Tag, mit Anschluss nach Mysore. Nach 10 Minuten hatte ich mein Ticket in der Hand. Ich wuerde am Sonntagmittag in Mysore ankommen, also gerade rechtzeitig, um am Abend den mit 40’000 Lichter beleuchteten Palast zu sehen.

2 Responses to “Goa-Party”

  1. helmut sagt:

    Tolle Idee für jeden Partyorganisator und meine Lieblingsstelle in diesem Post: “Dann sei ihnen erklaert worden, dass ihnen erst gesagt wuerde, wo die Party stattfinde, sobald sie ein Ticket gekauft haetten.” hahahaha..

    Viel Spass beim Lichter-Bestaunen! Weiterbloggen! Herzlich, Helmut

  2. Götti sagt:

    Bist ja schon längst wieder zu Hause und träumst bald nur noch von der auf den St. Nimmerleins-Tag verschobenen Party in wo jetzt wo?