Archiv für die Kategorie „Medien“

«A Schundblatt!»

Donnerstag, 5. August 2010

Für Reinhard N.* aus Niederösterreich ist klar: «Des is a Schundblatt!»

Trotzdem lesen knapp drei von etwa acht Millionen Österreichern die Kronen Zeitung – das Blatt ist gemessen an der Einwohnerzahl eine der stärksten, erfolgreichsten und einflussreichsten Zeitungen der Welt.

Das ist wohl auch der Grund, weshalb die kronschen Kolumnisten schreiben können, was immer ihnen gerade in den Sinn kommt:

Gar keinen Sinn ergibt diese Meldung auf krone.at:

Weshalb sind die Religionslehrerin, ihre gehbehinderte Mutter (79) und Hund Kenny mitten in der Nacht in Salzburg trotz Reservierung ausgesetzt worden? Aufgrund des überfüllten Zuges? Oder etwa weil die Sirenen heulten? Und was hat die Klimaanlage damit zu tun? Hauptsache Horror?

Na zum Glück gibt es in Österreich auch Qualitätszeitungen, die nicht über nutzlose Schmarotzer oder ausgesetzte Omas berichten, sondern über Politik – belegt mit harten Fakten:

Und zum Schluss noch dies:

*Name der Redaktion bekannt.

Ausrisse: Kronenzeitung vom 29. Juli 2010, krone.at vom 26. Juli 2010, Heute vom 26. Juli 2010, heute.at vom 5. August 2010

Quelle: Wikipedia/Kronenzeitung

Auffällig

Samstag, 24. Juli 2010

Glücklicherweise kamen die Kinder noch einmal davon.

P.S.: Eigentlich waren’s gar nicht acht Rinder: “Im luzernischen Ufhusen tötete ein Blitz vier Kühe, drei Rinder und ein Kalb auf einer Weide, wie die Kantonspolizei Luzern mitteilt.” Und der Inder ist übrigens wieder aufgetaucht: “Im Reusswehr in Rathausen, Kanton Luzern, ist die Leiche eines 25-jährigen Inders gefunden worden.

Ausriss: NZZ vom 16. Juli 2010

CNN zwitschert leicht daneben

Montag, 12. Juli 2010

Jetzt fragst du dich sicher, wie einem so seriösen Nachrichtensender ein solcher Fehler passieren konnte:

Quelle: twitter.com/cnnbrk

————— Zürich —————————–

Donnerstag, 17. Juni 2010

Quelle: Tagesanzeiger vom 10. Juni 2010

Glogger mailt Viktor Giacobbo

Dienstag, 15. Juni 2010

Zum WM-Auftakt mailt Helmut-Maria Glogger vom Blick am Abend Viktor Giacobbo:

Die Antwort bleibt irgendwo im System hängen und erreicht Glogger erst nach Redaktionsschluss:

Ausriss: Blick am Abend vom 11. Juni 2010
Email: Photoshop

Statistik für Anfänger

Donnerstag, 27. Mai 2010

Was für eine freudige Nachricht: Wir sind das ehrlichste Volk auf Erden.

Eine repräsentative Umfrage von Reader’s Digest hat ergeben, dass 91% der Schweizer ein gefundenes Portemonnaie mit 1′000 Franken Inhalt samt Geld dem Besitzer zurückgeben würden. Von den Russen würden dies nur 49% tun.

Doch sind wir wirklich sooo viel ehrlicher als die Russen? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Denn vielleicht sagten ja 91% der Russen gegenüber dem Meinungsforschungsinstitut die Wahrheit, während 49% der Schweizer gelogen haben.

Und wer ist eigentlich ehrlicher? Wer ein gefundenes Portemonnaie mit 1000 Franken zurück geben würde oder wer auch bei einer Telefonumfrage immer die Wahrheit sagt?

Gemäss der Pressemitteilung von Reader’s Digest hätte das hypothetische Portemonnaie aus der Umfrage in jedem Land 1′000 Franken drin gehabt bzw. die “entsprechende Summe in der jeweiligen Landeswährung”. In Russland also rund 27′000 Rubel, was in etwa dem Monatslohn eines Personalchefs in Moskau entspricht.

Kaum jemand glaubt einem armen sibirischen Bauern, wenn dieser sagt: “Ich würde das Portemonnaie und jeden einzelnen der 27′000 Rubel selbstverständlich sofort auf die nächste Polizeistation bringen, damit es auf dem schnellsten Weg seinem Besitzer zukommt.” Ob die russischen Meinungsforscher in solchen Fällen so ehrlich waren und auf ihren Fragebögen das Kreuz am richtigen Ort setzten? Ich kenne da das Resultat einer repräsentativen Umfrage das dagegen spricht.

Nastrovje, Reader’s Digest.
Nastrovje, 20 Minuten.

Ausriss: 20 Minuten vom 27. Mai 2010
Quellen: Artikel Reader’s Digest, Pressemitteilung Reader’s Digest, Artikel 20 Minuten, Durchnittslöhne in Moskau – Tabelle der IHK Rhein-Neckar

Blog-Monitoring: Praxistest mit der Migros

Montag, 19. April 2010

Gestern schrieb die SonntagsZeitung, dass Schweizer Konzerne (ABB, Nestlé, Credit Suisse, Swisscom, Cablecom, Migros) mit Software systematisch Blogs überwachen. Dies ermögliche den Firmen gezielt auf Blogeinträge zu reagieren. Ein Beispiel aus der SonntagsZeitung:

28 Minuten nach Mitternacht schrieb Roger Bühler entnervt auf seinem Blog: «war jetzt drei stunden lang vom netz abgehängt – war ein dummes gefühl.» Um 3.38 Uhr morgens antwortete ihm völlig unerwartet ein Mitarbeiter des Cablecom-Kundendiensts: «Guten Tag. Diesen Unterbruch bedauern wir und hoffen, dass Sie wieder online sind.»

Soweit so gut. Ich mach jetzt mal den Praxis-Test und schaue, ob die Migros auch so flink ist wie ihr Blog-Monitoring-Konkurrent Cablecom:

Liebe Migros,

Am späten Sonntagnachmittag stoppte ich an der Raststätte Kölliken Nord. Mein Magen knurrte und ich wollte mir im migrolino eine günstige Tiefkühlpizza holen. Von wegen günstig: migrolino verkauft nicht die preiswerten Migros-Finizza-Pizzas, sondern die teureren Original-Dr.Oetker-Pizzas. Nur, wieviel kostet so eine denn? Ich fand keinen Hinweis auf den Preis. Weder auf der Verpackung, noch vor, hinter, auf oder in der Tiefkühltruhe. Und dies obwohl Ihr Chef Herbert Bolliger in Interviews beteurte, dass zwar die Preise von den Produkten verschwinden, dafür aber gut sichtbare Preisschilder an den Regalen angebracht werden (“Es geht vor allem um eine zuverlässigere Preis-Information für die Kunden und nicht primär um die Einsparungen” – Zitat Bolliger im Blick vom 6. Januar 2010). Ihre Angestellte war dann so nett und scannte das Produkt für mich: Fr. 6.20. Sie werde dafür sorgen, dass dort ein Preisschild hinkomme, versicherte mir die junge Frau in Aargauer Dialekt.

Der Zufall wollte es, dass ich eine gute halbe Stunde später bei einer Shell-Tankstelle in Burgdorf Benzin tankte und dafür in einem migrolino-Shop bezahlen musste. Ich konnte es nicht lassen und guckte in die Tiefkühltruhe: Pizzas von Dr.Oetker – ohne Preisschild weit und breit. Ihre Angestellte versicherte mir, diesmal auf Berndeutsch, sie werde “es weiterleiten”. Dass die Pizza Fr. 6.20 kostet, wusste sie übrigens auswendig.

Nun meine Frage: Muss ich mich in Zukunft im Einkaufsstress bei Ihrem Personal über die aktuellen Preise erkundigen oder kann ich dieses ernüchternde migrolino-Erlebnis ganz schnell wieder vergessen?

Ihre Antwort in Form eines Kommentars zu diesem Blogeintrag würde mich sehr freuen.

In der Hoffnung auf eine ebenso schnelle Reaktion wie diejenige von Ihren Kollegen bei Cablecom, verbleibe ich

mit freundlichen Grüssen
Kobi

Juhui: Heute gibts den Blick gratis!

Freitag, 16. April 2010