Archive for the ‘Medien’ Category

20min-Online schockiert

Donnerstag, Dezember 29th, 2011

Dieser kurze Absatz stammt aus dem gestern Abend bei 20min-Online publizierten Artikel ‘In einem Jahr droht ein “Götterschock”‘.

Einen eher weltlichen Schock erlebt, wer den Absatz genau liest.

  1. Der Regisseur heisst “Roland Emmerich” und nicht “Roalnd emmerich”.
  2. Im Film “Independence Day” (und nicht “Independenc Day”) versuchen Aliens die Menschheit auszulöschen. Der beschriebene Film ist zwar auch von Emmerich, heisst jedoch “2012“.
  3. Es sollte “Publikationen” heissen, nicht “Publikation”.
  4. Ausserdem ist “prophezeiten” nicht ganz richtig geschrieben.

Die Beerdigung von ((( rebell.tv )))

Freitag, Dezember 24th, 2010

Letzte Woche war ich an einer Beerdigung. Im Zürcher Cabaret Voltaire beging rebell.tv digitalen Selbstmord. Der Kopf des Multimediaportals, Stephan M. Seydel (sms), löschte öffentlich seine Social Network Accounts: Facebook, Youtube, Xing, MySpace, etc… Einen nach dem anderen. Die Geschäftsführerin der rebell.tv ag, Tina Piazzi (tp), hätte eingreifen können. Aber sie stand vor der Leinwand und schaute einfach nur zu, wie ihr Mann, Klick für Klick, den Zweck der gemeinsamen Firma zerstörte.

Die Aktion eines Künstlerpaares?

Seit 2004 veröffentlichen sms und tp auf http://rebell.tv Video-Interviews, Bilder, Texte, Podcasts und was man sonst noch so alles elektronisch festhalten kann. sms filmte Marilyn Manson und Prince, interviewte Moritz Leuenberger und Jean Ziegler. Aber vorallem filmte er ganz viele viel weniger berühmte Leute und diskutierte mit ihnen seine Themen. David Dempsey vom österreichischen Radiosender FM4 bezeichnete rebell.tv im Jahr 2006 als “one of those massive media conglomerates, sort of like Murdochs company, just smaller”.

Immer wieder versuchten Journalisten und Blogger rebell.tv und seinen Protagonisten zu definieren, zu schubladisieren. Einige sahen in sms einen Journalisten, andere einen Künstler und wieder andere einen verrückten, politisch motivierten Selbstdarsteller. Auch ich konnte den schrillen Mann mit der grauen Mähne und den orangen Büezer-Hosen nicht einordnen. Im Jahr 2006 besuchte ich sms zusammen mit zwei Freunden, die damals Medien- und Kommunikationswissenschaften studierten und für eine Arbeit über Blogger auch mehr von und über rebell.tv erfahren wollten:

Fast alle Aussagen im Video würde sms heute noch machen. Trotzdem: das Interview ist über vier Jahre alt – seither hat sich im Web 2.0 viel getan. Vor kurzem ist von tp und sms das Buch Die Form der Unruhe, Band 2 erschienen. Darin fassen sie ihre Erkenntnisse aus all den Jahren Interneterlebnis zusammen.

Nicht nur sms und tp glaub(t)en an rebell.tv. Der thurgauer Unternehmer Daniel Model investierte viel Geld in das Projekt. Per Ende Jahr läuft der Vertrag mit dem Unternehmer aus und soll nicht verlängert werden – das Ende für rebell.tv.

Die Youtube-Videos von rebell.tv wurden bereits unwiederruflich gelöscht. Die Webseite soll am 31.12.2010 vom Netz gehen – tausende Interviews mit Menschen aus der ganzen Welt verschwinden.

Deshalb hier noch ein paar Videos, die mir gerade spontan in den Sinn gekommen sind – guckt sie euch an solange ihr noch könnt:

Spaziergang mit Jean Ziegler

Auf der Baustelle mit Moritz Leuenberger

Riz Khan von Al Jazeera über Blogs

Regula Stämpfli über ihre Hakennase und pornografisierte Werbung

Moritz Leuenberger über Erneuerung …äähh Neugestaltung …ääh Neuinterpretation

Tim Guldimann – ehemaliger Schweizer Botschafter in Teheran

Zurück ins Cabaret Votltaire: Nachdem sms die Accounts – falls überhaupt möglich – unwiderruflich gelöscht hatte, blieb nur noch eines: sich vom Rebellen mit den orangen Hosen zu verabschieden und sich wieder in einen angepassten Bürger zu verwandeln:

&#134 Rest in Peace rebell.tv &#134

Links dazu:

Das KleinReport-Interview mit Cabaret Voltaire Direktor Philipp Meier über die Beerdigung: «Ich möchte den Medienmachern beim Denken zusehen»

Die 12 Lieblingsmomente aus rebell.tv des Umblätterers

Und immer noch lesenswert: Sonntagszeitung vom 26. November 2006

Jedes Cherzli zellt

Sonntag, Dezember 19th, 2010

Bundesplatz, Samstagabend, 18. Dezember 2010

Links: JRZ in Zusammenarbeit mit DRS 3, SF und der Glückskette

Rechts: Caritas in Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche und der Glückskette

Blindtest

Freitag, Oktober 8th, 2010

«20 Minuten» kritisierte die Coop-Ringier-BettyBossi-aldente-Connection und forderte implizit blindere Blindttests. In diesem Sinne veröffentliche ich nun einen Blindtest, für dessen Unabhängigkeit ich die Hand ins Feuer legen kann. Durchgeführt im Spätsommer 2010 im Rahmen eines geselligen Bierabends in einer Berner WG. Die professionelle Jury: Ein zusammengewürfeltes Team aus acht Bierliebhabern. Ein Grafiker, eine Politologin, ein Industriebodenleger sowie Juristen und Journalisten.

Die fröhliche Runde testete die folgenden 15 Biere (in Klammern das Herkunftsland):

Felsenau Lager (CH), Drinks of the World (CH), Prix Garantie (CH), Feldschlösschen (CH), Gralsburg Export (DE), Quöllfrisch (CH), Feldschlösschen Alkoholfrei (CH), Denner Lager (CH), Einsiedler Lager (CH), Egger Galopper (CH), Tell (CH), Löwenbräu (DE), Feldschlösschen Premium (CH), Kronenburg 1664 (FR) und Heineken (NL).

Die Produkte wurden in der oben erwähnten Reihenfolge aus neutralen IKEA-Gläsern degustiert und bezüglich Gesamteindruck benotet (Notenskala 1-10, wobei 10 die Maximalnote war). Weiter versuchten die Jurymitglieder Charaktereigenschaften der Biere (Süssigkeit, Kräftigkeit, Wässrigkeit, etc.) herauszuspüren und trugen auch diese Empfindungen im Testbogen ein (vgl. Detailauswertung). Um allfällige Abweichungen feststellen zu können, tischte der Testleiter drei Getränke zwei- bzw. dreimal auf.

Hier die Testergebnisse in der Kategorie Gesamteindruck:

Detaillierte Testresultate nach Kategorien im Excel-Format

Ein deutsches – mir bisher unbekanntes – Bier aus dem Denner, für umgerechnet weniger als 20 Rappen pro Stange, wurde Gesamtsieger. Gefolgt von einem französichen Massenbier und – endlich – einem Schweizer Bier aus der kleinen Brauerei Rosengarten in Einsiedeln. Meine vermeintlichen Lieblingslager von Egger und Felsenau landeten unten auf der Rangliste. Immerhin: Das einzige alkoholfreie Bier im Test schnitt am allerschlechtesten ab – jedenfalls in einem von zwei Degustationsdurchläufen.

Fazit: Gutes Bier ist nicht unbedingt teuer, stammt nicht unbedingt aus der Region und schmeckt nicht unbedingt immer gleich gut. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Sicher ist deshalb nur eines: «Ein Blindtest ist neutral. Basta!»

Krieg in Bern? Oder alles nur Show?

Donnerstag, September 30th, 2010

Gestern Nachmittag auf dem Bundesplatz: Eine Bürgerin sammelt Unterschriften: Der Bundesrat soll ihrer Meinung nach vom Parlament aufgelöst und neu gewählt werden. Auch der grüne Nationalrat Geri Müller kommt kurz vorbei. Aus höflicher Distanz schaut er skeptisch auf das unleserliche Plakat der aufgewühlten Durchschnitt-Schweizerin und macht sich schnell wieder davon – um dann ein paar Meter davon entfernt, im Schatten des mächtigen Hauptgebäudes der Berner Kantonalbank, auf seine Bekanntschaft zu warten. Das gemeine Volk diskutiert alleine. Die unterschriftensammelnde Frau ist überzeugt, dass die Petition etwas bewirken wird: «Ich habe zuvor beim Parlament angerufen. Sie sind mit der Situation im Bundesrat auch nicht zufrieden, weshalb sie meine Aktion unterstützen. Jede Unterschrift zählt, haben sie gesagt.» Nicht alle sind so kämpferisch. Ein Dazugelaufener hat bereits resigniert: «Das bringt doch nüt. Die mache sowieso, was si wei.»

Noch vor einer Woche waren alle so glücklich über die sachkomptente Simonetta Sommaruga und den authentischen Johann N. Ammann, …eh Schneider. Sogar die SVP hatte fast nichts zu meckern und die «NZZ» schrieb von Freude und Genugtuung. Und nun, eine Woche später, muss der «Blick» den Krieg ausrufen.

Das erinnert mich stark an BigBrother: Eine Woche Harmonie, dann Krieg – begleitet von Kameras in jeder Ecke.

Vielleicht wäre es ehrlicher, wenn die Departementsverteilung nächstes Mal im Rahmen einer Robinson-Staffel erfolgen würde. Der Gewinner kriegt das UVEK – oder die Finanzen. Und für Parteipräsidenten gibts zum Glück die Supernanny.

«A Schundblatt!»

Donnerstag, August 5th, 2010

Für Reinhard N.* aus Niederösterreich ist klar: «Des is a Schundblatt!»

Trotzdem lesen knapp drei von etwa acht Millionen Österreichern die Kronen Zeitung – das Blatt ist gemessen an der Einwohnerzahl eine der stärksten, erfolgreichsten und einflussreichsten Zeitungen der Welt.

Das ist wohl auch der Grund, weshalb die kronschen Kolumnisten schreiben können, was immer ihnen gerade in den Sinn kommt:

Gar keinen Sinn ergibt diese Meldung auf krone.at:

Weshalb sind die Religionslehrerin, ihre gehbehinderte Mutter (79) und Hund Kenny mitten in der Nacht in Salzburg trotz Reservierung ausgesetzt worden? Aufgrund des überfüllten Zuges? Oder etwa weil die Sirenen heulten? Und was hat die Klimaanlage damit zu tun? Hauptsache Horror?

Na zum Glück gibt es in Österreich auch Qualitätszeitungen, die nicht über nutzlose Schmarotzer oder ausgesetzte Omas berichten, sondern über Politik – belegt mit harten Fakten:

Und zum Schluss noch dies:

*Name der Redaktion bekannt.

Ausrisse: Kronenzeitung vom 29. Juli 2010, krone.at vom 26. Juli 2010, Heute vom 26. Juli 2010, heute.at vom 5. August 2010

Quelle: Wikipedia/Kronenzeitung

Auffällig

Samstag, Juli 24th, 2010

Glücklicherweise kamen die Kinder noch einmal davon.

P.S.: Eigentlich waren’s gar nicht acht Rinder: “Im luzernischen Ufhusen tötete ein Blitz vier Kühe, drei Rinder und ein Kalb auf einer Weide, wie die Kantonspolizei Luzern mitteilt.” Und der Inder ist übrigens wieder aufgetaucht: “Im Reusswehr in Rathausen, Kanton Luzern, ist die Leiche eines 25-jährigen Inders gefunden worden.

Ausriss: NZZ vom 16. Juli 2010

CNN zwitschert leicht daneben

Montag, Juli 12th, 2010

Jetzt fragst du dich sicher, wie einem so seriösen Nachrichtensender ein solcher Fehler passieren konnte:

Quelle: twitter.com/cnnbrk