Archive for the ‘Lietuva’ Category

€ 10′000 for a Žmogžudystė!

Mittwoch, August 5th, 2009

Die Arbeitslosenquote in Litauen liegt bei etwa 15% und das durchschnittliche Einkommen beträgt weit weniger als das eines Durchschnittseuropäers. Der wirtschaftliche Aufschwung Irlands zieht (zog) die Balten in Scharen an. Denn Englisch als Sprache ist bei jungen Litauern im Trend und die beiden Länder haben viele Ähnlichkeiten. Beide kämpften sie lange für ihre Unabhängigkeit. Beide sind ungefähr gleich gross, wenig dicht besiedelt und liegen auf den selben Breitengraden.

Zurzeit leben in Irland rund 75’000 Litauer. Das sind so viele, dass man im Bottleshop auch Å vyturys, litauisches Bier kaufen kann. So viele, dass die irischen Crimestoppers sogar mit Plakaten in litauischer Sprache nach einem polnischen ŽmogžudystÄ— (litauisch für “Mörder”) fahnden.

Polnische Staatsbürger gibt es übrigens in Irland auch viele – nicht nur diesen einen Mörder. Etwa 200’000 sollen es Ende 2008 gewesen sein. Einige von ihnen ziehen nun aber wieder zurück in die Heimat. Während die Wirtschaft in Irland schwächelt (viele Arbeitsplätze werden nach Osteuropa verlagert), sind die Löhne in Polen in die Höhe geschnellt und erreichen vielleicht schon bald EU-Durchschnitt.

Quellen: cafébabel.com / euranet.eu / derstandard.at

Deutschland

Mittwoch, Juli 2nd, 2008

Von Rødby brachte uns eine Fähre der Scandlines nach Puttgarden. Fertig ø. Dafür wieder €.

Zum Abschluss unserer Reise verbrachten wir zwei Nächte in der Hansestadt Hamburg. Wieder einmal hatten wir uns zu spät um eine angenehme Bleibe gekümmert und mussten uns mit Betten in der “Hall of Dreams” des Hostels “Instant Sleep” begnügen. Instantly eingeschlafen bin ich in den beiden Nächten nicht. Und gedreamt habe ich auch schlecht. Aber das ist ja kein Wunder bei 24 Rucksacktouristen im selben Raum.

Am ersten Abend suchten wir die Fanzone auf und schauten mit an, wie mein Favorit Holland von den Russen rausgekickt wurde. So konnten mich dann auch die Reeperbahn und das Bier in der Quatschcomedyclubbar nicht wirklich erheitern.

Klar war nur, dass die Farben der Gewinner rot, blau und weiss sein würden.

Der Penny-Markt an der Reeperbahn. Bekannt aus dem deutschen Bildungsfernsehen.

An unserem letzten Tag in Hamburg besichtigten wir die Stadt und assen Currywurst und Fruchtmilcheis.

Moderne Architektur in der Hamburger Speicherstadt

Dann kam er auch schon: Der Tag der letzten grossen Reise. Frühmorgens verliessen wir die “Hall of Dreams” und machten uns auf den Weg in Richtung zuHause. Ohne Klimaanlage rasten wir durch die Sommerhitze an die Schweizer Grenze. Und fast nichts konnte uns mehr von der Rückkehr in die Heimat abhalten:

Soso, en Schwiizer ohni Autobahnvigniette, das isch aber scho echli komisch. Wo chömed si här? Litaue. Aha. Wie lang sind si deet gsi? Soso, es halbs Jahr. Isch no öppis dezuecho? Dörfti bitte ihri Uswiise gse? Dänn stelled sie doch bitte ihres Auto schnäll det übere uf dä Parkplatz.


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Danmark

Sonntag, Juni 22nd, 2008

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Von Oslo fuhren wir zurück nach Boras, wo wir Gerda zurücklassen mussten (ja, du fehlst…). Zu dritt machten wir uns auf Richtung Dänemark. In Malmö machten wir Halt um den Schweden-Russland-Match zu schauen. Auf Schwedischem Boden. Aber auch mein Schweden-Shirt konnte der gelben Mannschaft nicht zum Sieg verhelfen. Es wurde Zeit, Schweden zu verlassen.

Nach Mitternacht trafen wir in Kopenhagen ein, kauften uns ein “billiges” Carlsberg und legten uns schlafen. Am nächsten Tag besichtigten wir Dänemarks Hauptstadt. Auf einem Gratis-Stadtplan war ein Rundgang eingezeichnet den wir abzottelten. Er führte uns an vielen schönen Häusern vorbei, an den Hafen und durch Schlosspärke. Nur dem Fotosujet Nr. 1 begneten wir nicht: Der kleinen Meerjungfrau.

Zurück beim Hostel bemerkten wir dann dass die Statue eingezeichnet gewesen wäre und wir ca. 20 Meter an der Meerjungfrau vorbeigelaufen sind. Was für ein Pech.

In der nähe der Insel Møn, 70 km südlich von Kopenhagen, lebt Heidi. Ich besuchte mit ihr in Australien die gleiche Schule und sie bot uns an bei ihr zu übernachten. Bevor wir Kopenhagen verliessen, mussten wir aber noch kurz beim Sponsor vorbeischauen: Die Carlsberg-Brauerei.

Das Symbol auf dem Carlsberg-Elefanten ist ein nordisches Symbol für die Sonne

Am nächsten Tag zeigten uns Heidi und ihr Freund Michael die wunderschöne kleine Insel Møn. Auf Møn leben ca. 10’000 Menschen, jeder kennt jeden und die Leute von Ost-Møn verstehen sich gar nicht gut mit den Leuten von West-Møn.

Die Klippen am östlichen Ende der Insel sind Spielplatz und Sehenswürdigkeit zugleich. Am Strand findet man versteinerte Tintenfischarme, Muscheln und glitzernde Steine. Die steilen Kalkklippen sind eindrücklich und verleihen dem Wasser eine ganz spezielle weissliche Farbe. Und die kleine Meerjungfrau haben wir hier auch noch gefunden. Mission Dänemark erfüllt!


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Norge

Donnerstag, Juni 19th, 2008

Na gut, der Titel verspricht zu viel. Viel haben wir von Norwegen ja nicht gesehen. Dafür Oslo: Was für eine hübsche Stadt. Gelegen in einer Bucht, eingebettet in eine waldige Hügellandschaft, gefüllt mit architektonischen Highlights. Der erste Eindruck hingegen war anders. Wir erreichten Oslo erst gegen Abend, als die reiche Mittelschicht bereits in der heimigen Stube vor dem Fernseher sass. So sahen wir in den Strassen fast ausschliesslich Bettler, Hafenhuren und andere zwielichtige Gestalten. In der Bar im Stadtzentrum befanden wir uns jedoch sofort wieder mitten im wohlhabenden Mittelstand. Kein Wunder, ein grosses Bier zu Österreich-Deutschland kostet schliesslich auch CHF 16.-. Ich begnügte mich dann zähneknirschend mit einem Kaffee für halbsoviel Geld.

Geld war permanentes Gesprächsthema während unseres Aufenthaltes in Oslo. Schon oft wurde ich darauf hingewiesen, dass Norwegen ein teures Land sei, aber die Preise übertraffen alle meine Vorstellungen. Hier ein paar Beispiele (in Schweizer Franken):

Bleifrei 95: 2.60/l
Bier an der Bar: 16.-/6dl
Bier im Supermarkt: 4.-/3dl
Zigaretten: 15.-/Päckli
Wasser am Kiosk: 5.-/5dl
BigMac-Menu: 16.-
Mehrwertsteuer (Dienstleistungen): 25%

Und geschenkt wird einem gar nichts. Bsp. Hostel: Parkplatz, Internet und Bettwäsche kosten zusätzlich und wer unerlaubterweise im mitgebrachten Schlafsack nächtigt, bezahlt eine Busse von CHF 40.-.

Abgesehen von den hohen Ausgaben haben wir unseren Ausflug nach Oslo aber sehr genossen. Besonders eindrucksvoll waren das kürzlich eröffnete Opernhaus, die Skisprungschanze Holmenkollen, die wunderschöne Fjord-Bootsfahrt und das moderne Neubauquartier rund um den Hafen.

Das Opernhaus hat übrigens ca. CHF 800 Millionen gekostet und zu dessen Eröffnungsfeier präsentierte sich die Frau Bundeskanzlerin so grossausschnittig, dass die Medien über Merkels Auftritt wochenlang diskutieren konnten.


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Ein Verbot ist ein Verbot, nur dass das klar ist!

Skandinavische Familienpolitik

Was für eine tolle Erfindung. Mit der Velo-Chipkarte kann man an fast hundert Standorten Fahrräder ausleihen. Diese kann man dann an einem beliebigen Standort wieder zurückbringen. Tubeli- und Diebstahlsicher.

Mövenpick’s Marché gibts auch in Norwegen. (Und wer gut hinguckt kann beim Bild mit den Fahrrädern im Hintergrund noch eine Coop-Werbung erkennen.)

Sverige

Montag, Juni 16th, 2008

Einmal mehr hat uns die die Firma Viking Line über Wasser ins nächste Land befördert. Über Nacht brachte uns das MS Isabella von Turku nach Stockholm. Angekommen in Skandinavien wollten wir erst einmal gemütlich einen Guten-Morgen-Kaffee trinken. Das Parken in der Innenstadt stellte sich dann als relativ teuer heraus (EUR 1.- / 10min) so dass wir die Pläne änderten und uns erst einmal einen Parkplatz mit Anschluss an die Tunnelbana in einem Aussenquartier suchten.

Nächtliche Fahrt durch eine wunderschöne Insellandschaft

Am Abend holte ich dann meinen Bruder am Flughafen ab, ein langwieriges Unternehmen: Trotz Roadpricing hat Stockholm mit seinen vielen Inseln und Brücken ein Verkehrsproblem. Nun gut, wir haben es dann doch irgendwie rechtzeitig zu Österreich-Polen zurückgeschafft. Und für mich bedeutete es, das erste mal ein Spiel in einer Carlsberg-Public-Viewing-Area zu sehen. Schon schrecklich, wie ganz Europa gezwungen wird das probabely best Beer in the World zu trinken (4dl = CHF 8.60).

Die Public Viewing Area in Stockholm – Österreich schlägt Polen 1:1

Das EM-Studio von Schwedens TV4

Am nächsten Tag besichtigten wir das wunderschöne Stockholm, machten eine Bootsafahrt und trödelten planlos in der Stadt herum.

Da Wochenende war und wir das Hostel zu spät gebucht hatten, mussten wir am Abend nach BorÃ¥s weiterziehen. Zu viert und mit ganz viel Gepäck. In Nyköping legten wir einen Halt ein, um etwas zu essen und dabei nach Bern zu schauen (Holland – Frankreich / Was für ein Spiel!). Wir waren in dem kleinen Provinzpub jedoch die einzigen welche sich für den Match interessierten, die Dorfjugend hatte anderes im Kopf. Irgendwie war Schulschluss oder so und die als Matrosen verkleideten Kids becherten Alkohol während die Securities den grössten Stress des Jahres hatten.

Danach liessen wir die betrunkene Provinzstadt hinter uns und völlig überladen fuhren wir durch die Nacht. In BorÃ¥s sind wir drei Nächte bei Gerda untergekommen, die ihr Erasmus hier gemacht hat und ihr Zimmer noch behalten konnte. Zusammen mit ihren Freunden haben wir dann Fussball geguckt (wieso verliert Schweden wenn wir in Schweden sind?), gegrillt und uns am See von Mücken stechen lassen.

Auch die Kopftücher hielten die agressiven Stechmücken nicht vom Stechen ab.

Morgen in der früh machen wir uns via Göteborg auf den Weg ins Land wo alles sauteuer sein soll: Norwegen. Mal schauen, so schlimm kanns nicht sein; nach Finnland sind wir abgehärtet…


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Und noch ein paar Bilder:

Irgendwie Schwiizerdütsch

Hamburger-Frass

Schwede isch huurre geil!

Alles was zählt ist der freye Wille!

Das schwedische Fernsehen wollte den Schweiz-Portugal Match nicht zeigen. Da konnte nur noch rojadirecta.org helfen (oben: Schweiz-Portugal / unten: Türkei-Tschechien).

Eesti / Suomi

Dienstag, Juni 10th, 2008

Nun sind wir also im hohen Norden angekommen, bei den lustigen Finnen und den vielen Achtung-Elch-Tafeln. Aber von vorne: Am Donnerstag haben wir uns in der früh auf den Weg gemacht und sind via Lettland und einem Zwischenstopp an der Küste (dort war auch ein österreichischer Reisebus mit pensionierten Touristen, welche unter Anleitung eines toppmotivierten Reiseleiters eine Sandburg bauten; Bild folgt) nach Tallinn gefahren. Tallinn ist zwar grüner im Sommer, aber die Kreuzfahrttouristen die in Massen durch die Stadt schlendern, können einem ganz schön schnell auf den Sack gehen. Nichts desto trotz haben wir es genossen noch einmal günstig konsumieren zu können, bevor wir dann am Samstag ins Euroland überfährten. An Bord des MS VIKING XPRS wurde mir dann schnell bewusst, dass es nun teuerer weitergehen würde, so habe ich für 5dl Migros-Eistee € 2.50 hinblättern müssen.

Migros-Eistee an Bord des VIKING XPRS für € 2.50 (Das Preisschild auf dem Bild bezieht sich leider nicht auf den Eistee)

Ankündingung des Matches Schweiz-Tschechien in Finnisch

Geldausgeben war dann auch in Helsinki angesagt. Das Bier zum Match Schweiz-Tschechien war nicht gerade günstig (€ 5.-), anderseits mussten wir kein Carlsberg trinken. Und beim Übernachten habe ich auch ein wenig Geld eingespart, da ganz Helsinki ausgebucht war und ich die zwei letzten Betten in Helsinki meinen beiden Mitreiserinnen überliess. Ich schlief im Saxo auf dem Parkplatz.

Summer-Carneval in Helsinki

Von Helsinki fuhren wir noch nördlicher: In die Metalrock-Hauptstadt Europas: Tampere. Eine kleine Provinzstadt zweieinhalb Stunden von Helsinki. Viel zu sehen gab es dort aber nicht, ausser halt eben überdurchschnittlich vielen Metallicas und dem Hellä-Club. Wie in der Hölle fühlte ich mich, als wir mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen wurden, weil irgend ein Japaner in der Küche Würste zu fest angebraten hatte und es ganze zwanzig Minuten daurte, bis die Feuerwehr den ohrenbetäubenden Feueralarm wieder ausschalten konnte.

Der nächste Abschnitt führte uns via Nokia und Rauma nach Turku. Nokia ist zwar erwähnenswert und ich bin schon stolz darauf, sagen zu können dass ich dort war, mehr gibt es dazu aber auch nicht zu sagen. Rauma hingegen ist ein wunderschönes Unesco-Welterbe-Städtchen mit vielen hübschen Häusern und einer Kirche aus dem 15. Jahrhundert.

Nokia – Geburtsstadt einer finnischen Erfolgsgeschichte

Rauma – Unesco-Welterbe

Und nun sind wir in Turku. Die zweitgrösste Stadt Finnlands ist eine typische Studentenstadt. Klein, gemütlich und mit einer Bar wo das Bier nur € 2.50 kostet. Nun gut, leider sind die Studenten bereits in den Ferien, oder mitten in den Prüfungen und Turku kommt mir ziemlich ruhig vor. Morgen erkundigen wir noch die Umgebung; vor der Küste liegen hunderte kleine Inseln. Hoffen wir auf besseres Wetter, denn heute regnets – das erste Mal seit unserem Reisestart.

Hesburger auf dem Marktplatz in Turku

Die Uni von Turku – beliebt für Erasmus

Morgen Abend verladen wir dann das Auto wieder auf eine Fähre der Vikingline und verfolgen den Match Schweiz-Türkei auf hoher See.


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Generell zu Finnland kann ich zum Schluss noch folgende Notizen festhalten:

– lustige Sprache, welche nichts mit irgend einer anderen Sprache zu tun hat (ausser Estnisch). “Universität” heisst z.B. “Yliopisto”.

– höchste Blitzkastenfrequenz Europas.

– recht abwechslungsreich: See, Elchtafel, Blitzkasten, Elchtafel, rotes Bauernhaus, Elchtafel, Wald, Elchtafel, See, rotes Bauernhaus, Blitzkasten, Elchtafel, Elchtafel, Wald, See, Blitzkasten, rotes Bauernhaus, See, Blitzkasten, rotes Bauernhaus, See, Elchtafel, Wald, See, Blitzkasten, Elchtafel, rotes Bauernhaus etc…

– Der teure Euro macht alles sauteuer.

Die Finnische Sprache – Auszug aus dem lutheranischen Kirchengesangbuch

Esskultur?

Teuerer Alkohol zur Suchtbekämpfung, aber Casino im Shoppingcenter

Gaanz viel Fleisch für ein Vikingervolk

Ačiu labai ir iki!

Donnerstag, Juni 5th, 2008

Nun ist es also bereits soweit, ich sage schweren Herzens “iki”, also “bis bald”. Die letzte Prüfung ist bestanden und das letzte
Å vyturys wird gerade verdaut.

Was also als nächstes? In ein tiefes Loch fallen? Nein:

Ein Roadtrip steht bevor und die erste Etappe führt mich und meine österreichischen Teamkolleginnen Kati (hat mit mir studiert) und Gerda (Freundin von Kati, machte Erasmus in Boras, Schweden) von Vilnius nach Tallinn. Danach gehts weiter per Fähre nach Helsinki, Tampere und Turku. Von dort, wiederum über See, nach Stockholm wo mein Bruder dazustossen wird. Weiter westlich, in Boras bei Götenborg, wird uns dann Gerda verlassen und wiederum zu Dritt gehts weiter. Nach einem kurzen Abstecher nach Oslo fahren wir dann schlussendlich südwärts via Kopenhagen und Hamburg zurück in die Schweiz.

Mein kleiner Saxo hat den Service-Check überstanden, aber die wahre Prüfung beginnt morgen. Drückt ihm alle Daumen!

Mach mal Pause

Montag, Juni 2nd, 2008

Wie vielleicht die Eine oder der Andere bemerkt hat, ist es hier recht ruhig geworden. Das liegt nicht etwa daran, dass ich in einem Vodka-Koma liege, sondern dass mich momentan sowas wie Prüfungsstress (in Verbindung mit Abschiedspartys) plagt.

I’ll be back…