Bärn sändelet

August 31st, 2010

Heute Mittag lag hier auf der grossen Schanze noch ganz viel Sand. Ein gelbes Baggerli fuhr zwischen dem Sandberg in der Mitte des Platzes und einer Mulde am Rande des Platzes hin und her. Mit voller Schaufel hin und mit leerer Schaufel her.

Wo die wohl diese Mulde mit all dem überflüssig gewordenen Sand vom Berner CityBeach hin brachten?

*

Heute Abend liegt auf dem Bundesplatz ganz viel Sand. Rund um die Sandtürme bauen starke Männer aus schweren Metallelementen eine Tribüne. Denn ab morgen findet hier die Schweizer Meisterschaft der Coop Beachtour (Beachvolleyball) statt.

Wo die wohl all diesen Sand her haben?

Sonntagnachmittag in der Schweiz

August 9th, 2010

Zwei Männer tragen das Rednerpult für die Siegerehrung in Richtung Schwingplatz. Ein Mädchen bringt Blumensträusse für die Gewinner.

Seit über 500 Jahren soll gemäss Überlieferungen auf der Lüderenalp im Emmental bereits geschwungen werden. An der diesjährigen Lüderen-Schwinget bezwang Beat Salzmann im Schlussgang Jonas Michel nach 3 Sekunden mit Hüfter.

Quellen: Schwingklub Sumiswald, Schlussgang

«A Schundblatt!»

August 5th, 2010

Für Reinhard N.* aus Niederösterreich ist klar: «Des is a Schundblatt!»

Trotzdem lesen knapp drei von etwa acht Millionen Österreichern die Kronen Zeitung – das Blatt ist gemessen an der Einwohnerzahl eine der stärksten, erfolgreichsten und einflussreichsten Zeitungen der Welt.

Das ist wohl auch der Grund, weshalb die kronschen Kolumnisten schreiben können, was immer ihnen gerade in den Sinn kommt:

Gar keinen Sinn ergibt diese Meldung auf krone.at:

Weshalb sind die Religionslehrerin, ihre gehbehinderte Mutter (79) und Hund Kenny mitten in der Nacht in Salzburg trotz Reservierung ausgesetzt worden? Aufgrund des überfüllten Zuges? Oder etwa weil die Sirenen heulten? Und was hat die Klimaanlage damit zu tun? Hauptsache Horror?

Na zum Glück gibt es in Österreich auch Qualitätszeitungen, die nicht über nutzlose Schmarotzer oder ausgesetzte Omas berichten, sondern über Politik – belegt mit harten Fakten:

Und zum Schluss noch dies:

*Name der Redaktion bekannt.

Ausrisse: Kronenzeitung vom 29. Juli 2010, krone.at vom 26. Juli 2010, Heute vom 26. Juli 2010, heute.at vom 5. August 2010

Quelle: Wikipedia/Kronenzeitung

Auffällig

Juli 24th, 2010

Glücklicherweise kamen die Kinder noch einmal davon.

P.S.: Eigentlich waren’s gar nicht acht Rinder: “Im luzernischen Ufhusen tötete ein Blitz vier Kühe, drei Rinder und ein Kalb auf einer Weide, wie die Kantonspolizei Luzern mitteilt.” Und der Inder ist übrigens wieder aufgetaucht: “Im Reusswehr in Rathausen, Kanton Luzern, ist die Leiche eines 25-jährigen Inders gefunden worden.

Ausriss: NZZ vom 16. Juli 2010

CNN zwitschert leicht daneben

Juli 12th, 2010

Jetzt fragst du dich sicher, wie einem so seriösen Nachrichtensender ein solcher Fehler passieren konnte:

Quelle: twitter.com/cnnbrk

————— Zürich —————————–

Juni 17th, 2010

Quelle: Tagesanzeiger vom 10. Juni 2010

Glogger mailt Viktor Giacobbo

Juni 15th, 2010

Zum WM-Auftakt mailt Helmut-Maria Glogger vom Blick am Abend Viktor Giacobbo:

Die Antwort bleibt irgendwo im System hängen und erreicht Glogger erst nach Redaktionsschluss:

Ausriss: Blick am Abend vom 11. Juni 2010
Email: Photoshop

Migipedia – Ein Experiment mit Potential

Juni 4th, 2010

In der Nacht auf Montag geht Migipedia online. Die Migros will mit ihrem neuen Social Media Tool aus “Consumer” “Prosumer” machen: Migros-Kunden sollen auf der Internet-Plattform Produkte bewerten und der Migros ihre Meinung sagen. Aber das ist erst der Anfang. Das Projekt im Beta-Stadium hat noch ganz viel Potential.

Innovativ ist nicht nur das Produkt selber, sondern auch die Lancierung: Die Migros organisierte nicht einfach eine hundskommune Medienkonferenz, sondern lud über Twitter zur Präsentation ein. Etwa 25 Personen (Blogger, Twitterer, Wissenschaftler, Migros-Kunden, Kommunikationsexperten und Journalisten) erhielten gestern Abend in Zürich einen ersten Einblick in das Projekt Migipedia.

Leila Summa, Social Media Director, leitete durch die Veranstaltung. Zuerst vermittelte sie generelle Informationen zu Migros und Social Media. So sei jeder 25. Schweizer Facebook-User Fan der Gruppe “Migros Ice Tea”. Die Firma nehme die virtuelle Welt ernst und beobachte seit einiger Zeit Twitter, Facebook und Blogs.

Aber nur beobachten reicht der Migros nicht mehr. Leila Summa: “Wir wollen selber ein bisschen Social Media machen.”

Ohne sich registrieren zu müssen, können Migros-Kinder via Texteingabe oder durch Scannen eines Strichcodes mit der Webcam (in Zusammenarbeit mit Codecheck) nach Produkten suchen (zur Zeit sind etwa 5′000 Produkte registriert). Jeder Artikel hat seine eigene Seite: Darauf findet der Kunde Informationen zum Produkt (Nährwerte, Preis, etc.), kann es bewerten (mit dem bekannten Sternchen-System) oder Kommentare dazu abgeben. Wie aus anderen Communities bekannt, können andere User den Kommentaren dann zustimmen oder zeigen, dass sie anderer Meinung sind (im Migros-Fachchargon: “leike oder nödleike”). Wer bei seinem Kommentar (bzw. bei einer Frage oder Kritik) noch ein Häckchen bei “M-Infoline” setzt, der wird auch garantiert eine offizielle Antwort von der Migros erhalten.

Wie erwähnt, funktioniert die Seite auch ohne Account: Wer aber will, kann sich ein Profil anlegen und seinen Kommentaren ein Gesicht geben. Derjenige User, der eingeloggt die meisten Kommentare zu einem Produkt abgibt (bzw. “am meisten aktiv ist”), wird “Produkt-Pate”, was dann natürlich auch jeder sehen kann – ein Status-Symbol für Heavy-User also.

Lustig. Aber wie profitiert die Migros von Migipedia? Die Antwort gemäss Powerpoint-Präsentation: “Die von und über die Kunden gewonnenen Informationen können genutzt werden, um das Migros Angebot (online und offline) weiter im Sinne des bewussteren Konsums der Kunden zu verbessern.”

Auf die Folie folgte die Frage aus dem Publikum, was denn genau für Informationen über die Kunden gewonnen werden sollen. Bedenken sind berechtigt: Eine logische Erweiterung von Migipedia wäre die Verknüpfung der User-Accounts mit den Cumulus-Daten. Eine Option sei das natürlich schon, zur Zeit aber noch zu heikel. Das Cumulus-Programm trägt das “Good Privacy Label”, ein Datenschutzgütesiegel, das die Migros auf keinen Fall verlieren will.

Migipedia ist ein Experiment. Selbst die Entwickler wissen noch nicht genau wo es hinführen wird. In der Anfangsphase bietet die Seite Produkteinformationen und eine Diskussionsplattform. Nichts bahnbrechendes also. Aber die Idee soll ständig weiterentwickelt werden – die Migros zählt dabei auch auf die Nutzer: Sie sollen Ideen einbringen und mitbestimmen, wohin die Reise führt.

Was die Zukunft bringen könnte:

- Mit einer iPhone-App scannt der Kunde im Laden Produkte und erhält Informationen dazu (z.B.von welchem Bauernhof ein Ei kommt).
- Migipedia verschmilzt mit LeShop.ch. Produkte können mit einem Klick nach Hause bestellt werden.
- Lagerbestände werden angezeigt. Ein Beispiel: In welcher M-Electronic-Filiale in meiner Nähe gibt es noch einen der Aktions-Fernseher für Fr. 999.- ?
- Aktionen-Alarm: Immer wenn mein Lieblingswaschmittel Aktion ist, kriege ich eine Benachrichtigung per Email.
- Allergiker können ihre Allergien mit ihrem Profil verlinken. In der Filiale scannen sie die Produkte und werden bei gefährlichen Inhaltsstoffen gewarnt.

Der Grundstein ist gesetzt. Die Migros ist wieder um ein M besser. Nun gilt es das Projekt im Interesse der Nutzer weiter zu entwickeln. Innovativ, aber nicht überstürzt und vor allem transparent: Denn wenn die Migros ihre User verärgert, dann verärgert sie gleichzeitig auch ihre Kunden. Und dann gewinnt Coop.


Werbevideo der Migros
Mehr Bilder von der Präsentation gibts bei Benkö.