Orange Message Board

Dezember 30th, 2011

Braunwald GL, Seblengrat (1905 m.ü.M.)

20min-Online schockiert

Dezember 29th, 2011

Dieser kurze Absatz stammt aus dem gestern Abend bei 20min-Online publizierten Artikel ‘In einem Jahr droht ein “Götterschock”‘.

Einen eher weltlichen Schock erlebt, wer den Absatz genau liest.

  1. Der Regisseur heisst “Roland Emmerich” und nicht “Roalnd emmerich”.
  2. Im Film “Independence Day” (und nicht “Independenc Day”) versuchen Aliens die Menschheit auszulöschen. Der beschriebene Film ist zwar auch von Emmerich, heisst jedoch “2012“.
  3. Es sollte “Publikationen” heissen, nicht “Publikation”.
  4. Ausserdem ist “prophezeiten” nicht ganz richtig geschrieben.

Bollywood feat. Kantonspolizei Bern

Dezember 21st, 2011

Ich war wiedermal in Incredible India. Ein einziges Mal hatte ich ein Zimmer mit TV. Eine Dreiviertelstunde lang hab ich Bollywood-Musik-Clips (und hässliche Werbebanner) geschaut. Das reichte, um zwei Clips zu sehen, die in der Schweiz gedreht wurden. Einer davon in der Stadt Bern (siehe Bilder), der andere vermutlich im Emmental .

Darauf habe ich ein wenig über Bollywoodfilme mit Schweiz-Bezug recherchiert. Auf Youtube bin ich auf einen kompletten Film (mit englischen Untertiteln) gestossen: “Don Seenu” heisst der Streifen aus dem Jahr 2010 mit einigen Szenen aus der Bundesstadt. Schauplätze sind unter anderem die Uni, die Grosse Schanze, das Restaurant Anker auf dem Kornhausplatz und der Bahnhof. Neben vielen Schweizer Statisten haben auch Berner Kantonspolizisten einen kleinen Auftritt: Sie spielen einen unnötigen Einsatz und sprechen mit russischem Akzent Englisch.

Aber seht selbst:

Szene “Fotosession” @ Uni/Grosse Schanze ab 30min 0sec

Szene “Berner Polizei” @ Restaurant Anker ab 33min 45sec

Szene “Showdown” @ Bahnhof/Schwellenmätteli ab 59min 30sec

Bollywood-Tanz @ Oberhofen/Gstaad/Thun ab 1h 13min 40sec

Tele Bärn über Don Seenu Filmdreh in Bern

Glanz & Gloria über frühere Bollywood-Produktion in Bern

Nicht wirklich aktuelle Liste mit Bollywood-Drehorten in der Schweiz

Empfang mit Rohwurst

Mai 23rd, 2011

Verbindungs-Studenten waren mir während meiner Studienzeit immer suspekt. Sie torkelten spätnachts in ihren komischen Verkleidungen lallend durch die Strassen von Fribourg. Sie becherten Alkohol gemäss Protokoll. Und sie begrüssten sich an der Uni mit kindischen Übernamen.

Ich hatte keinen Grund einer Studentenverbindung beizutreten: Freiwillig Uniform tragen wollte ich nicht, einen neuen Namen brauchte ich nicht und Bier trinken konnte ich auch so.

Hätten die motivierenden Plakate mit Ruth Metzler aka “Accueil” (franz. “Empfang”) und Otto Ineichen aka “Pantli” (gemäss Wikipedia: “Rohwurstspezialität”) schon damals gehangen – ich wär jetzt Kobi aka “Beznau II”.

Die Studie tut der Migros gut

April 8th, 2011

Die Studie zeigt: Die Migros tut der Natur gut.

Diesen Satz habe ich dem Artikel “Bestnoten für Umweltschutz” (Migros-Magazin Nr. 13, 28.03.2011 S. 56 und S. 57) entnommen. Genauso wie die oben bzw. unten abgebildeten Statistiken.

Zeigt die von Reader’s Digest veranlasste Studie aber wirklich, dass die Migros der Natur gut tut? Auf den ersten Blick bestimmt; schliesslich belegt die Migros den 1. Platz in der Tabelle mit der Überschrift “Führend im Umweltschutz”.

Auf den zweiten Blick aber fällt auf: Der Claro Weltladen mit dem Motto “Fair gegenüber Mensch und Umwelt” liegt auf dem letzten Platz der Statistik. Noch schlechter schneidet der Weltladen (in dem alle Produkte ein bisschen teurer sind, weil sie unter besonders fairen Produktionsbedingungen hergestellt worden sind) in der Kategorie “Faire Produktionsbedingungen” ab:

Yakum Kambir, Leiter Werbemarkt von Reader’s Digest Schweiz, erklärt im Artikel des Migros-Magazins die Umfrage-Ergebnisse so:

Der Markt belohnt Unternehmen, die an die unmittelbaren Bedürfnisse der Konsumenten denken und an ihre Rolle der Gesellschaft.

Auf Nachfrage bei der Migros erfahre ich, dass die Fragetechnik von Reader’s Digest in etwa derjenigen der Sendung 5gegen5 entspricht. Anstatt 100 Schweizerinnen und Schweizer zu fragen “nennen Sie mir eine Stadt in der oft die Sonne scheint”, fragte Reader’s Digest rund 1700 Schweizerinnen und Schweizer: “Was denken Sie, welche Marke der Kategorie Detailhandel hat den besten Ruf, was das Thema Umwelt betrifft?” Und: “Welche Produktemarke ist aus Ihrer Sicht glaubwürdig, wenn es um das Thema ‘Faire Produktionsbedingungen’ geht?” Als Antwort konnte je eine Marke genannt werden.

So wie kaum jemand auf die Idee kommen würde, bei der oben gestellten 5gegen5-Frage “Yuma” (sonnigste Stadt der Welt) zu sagen – sondern wohl eher Barcelona oder Rom -, kam bei den Fragen von Reader’s Digest auch nur einer kleinen Minderheit als erstes der Claro-Weltladen in den Sinn.

Die Fragestellung führte sodann auch zum Ergebnis, dass 2011 immer noch 10% der Befragten finden, BP habe in der Kategorie “Benzin” den besten Ruf, was den Umweltschutz betrifft. (Tamoil ist übrigens im Gegensatz zu den Umfragen der letzten Jahren nicht mehr in den Top 8 mit dabei, was wohl eher mit gewissen Verbindungen nach Lybien zu erklären ist, als mit dem Umweltschutz…)

Bereits im Jahr 2010 erreichte die Migros bei dieser Umfrage ein tolles Ergebnis. In dem von Reader’s Digest veröffentlichten Communiqué “Lernen von den Profis – so werden Marken zu Gewinnen” äusserte sich Migros-Chef Herbert Bolliger zum guten Resultat. Auf Seite 3 der Broschüre: Eine ganzseitige Werbung für ein Waschmittel der Migros. Bezahlt von der Migros.

Reader’s Digest wirbt mit seiner Konsumenten-Umfrage für grösstenteils ohnehin starken Marken, in der Hoffnung, dass diese darauf im Reader’s Digest Magazin Werbung schalten, in der Hoffnung, bei der nächsten Umfrage ein noch besseres Ergebnis zu erzielen…

Aber wie fühlt sich ein Claro-Laden, der für soziale und umweltgerechte Produktionsbedingungen kämpft und schliesslich in Sachen soziale Glaubwürdigkeit abgeschlagen auf dem letzten Platz landet? Fühlt er sich durch eine solche Umfrage nicht veräppelt? Ganz im Gegenteil, findet Yolanda Roggo, welche bei der claro fair trade AG für die Kommunikation zuständig ist:

Es ist beachtlich, dass die Teilnehmer der Umfrage den “claro Laden” ungestützt so oft genannt haben, dass er bei beiden Fragen Rang 8 erreicht hat. Denn bei Umfragen dieser Art nennt der Befragte in der Regel das ihm am Besten vertraute, was meist gleich bedeutend ist mit am Meisten gesehen (real, in Medien etc.). Und in Anbetracht des offensichtlichen Grössen- und Kräfteunterschieds zwischen Grossverteilern und den claro Läden, können sich die claro Läden geschmeichelt fühlen ob dem erreichten Platz. Der 8. Platz ist bei beiden Fragen zudem nicht gleich zu setzen mit dem schlechtesten Platz, sondern ist die letzte in der Grafik dargestellte Platzierung. Zu den restlichen 15 % respektive 4 %, die nicht abgebildet sind, steht ja nichts.”

Ich fasse zusammen: Das Migros-Magazin findet, dass die Studie zeigt, dass die Migros der Umwelt gut tut. Reader’s Digest freut sich darüber, dass der Markt Unternehmen belohnt, die an die unmittelbaren Bedürfnisse der Konsumenten denken und an ihre Rolle der Gesellschaft. Und der Claro-Laden fühlt sich geschmeichelt, dass er es auf die letzte in der Grafik dargestellte Platzierung geschafft hat. Am lautesten aber jubelt wohl BP – darüber dass sie nach der Ölkatatastrophe 2010 bei den befragten Schweizerinnen und Schweizer in Sachen Umweltschutz noch den viertbesten Ruf in der Kategorie “Benzin” geniessen.

Quellen:
Migros-Magazin Nr. 13, 28.03.2011, S. 56 und S. 57
rdtrustedbrands.com
Reader’s Digest ETB 2011 – Faire Produktionsbedingungen
Reader’s Digest ETB 2011 – Der beste Ruf bei Umweltaktivitäten (1)
Reader’s Digest ETB 2011 – Der beste Ruf bei Umweltaktivitäten (2)
Communiqu̩: Lernen von den Profis Рso werden Marken zu Gewinnen

Mehrwert:
Statistik für Anfänger

Die Beerdigung von ((( rebell.tv )))

Dezember 24th, 2010

Letzte Woche war ich an einer Beerdigung. Im Zürcher Cabaret Voltaire beging rebell.tv digitalen Selbstmord. Der Kopf des Multimediaportals, Stephan M. Seydel (sms), löschte öffentlich seine Social Network Accounts: Facebook, Youtube, Xing, MySpace, etc… Einen nach dem anderen. Die Geschäftsführerin der rebell.tv ag, Tina Piazzi (tp), hätte eingreifen können. Aber sie stand vor der Leinwand und schaute einfach nur zu, wie ihr Mann, Klick für Klick, den Zweck der gemeinsamen Firma zerstörte.

Die Aktion eines Künstlerpaares?

Seit 2004 veröffentlichen sms und tp auf http://rebell.tv Video-Interviews, Bilder, Texte, Podcasts und was man sonst noch so alles elektronisch festhalten kann. sms filmte Marilyn Manson und Prince, interviewte Moritz Leuenberger und Jean Ziegler. Aber vorallem filmte er ganz viele viel weniger berühmte Leute und diskutierte mit ihnen seine Themen. David Dempsey vom österreichischen Radiosender FM4 bezeichnete rebell.tv im Jahr 2006 als “one of those massive media conglomerates, sort of like Murdochs company, just smaller”.

Immer wieder versuchten Journalisten und Blogger rebell.tv und seinen Protagonisten zu definieren, zu schubladisieren. Einige sahen in sms einen Journalisten, andere einen Künstler und wieder andere einen verrückten, politisch motivierten Selbstdarsteller. Auch ich konnte den schrillen Mann mit der grauen Mähne und den orangen Büezer-Hosen nicht einordnen. Im Jahr 2006 besuchte ich sms zusammen mit zwei Freunden, die damals Medien- und Kommunikationswissenschaften studierten und für eine Arbeit über Blogger auch mehr von und über rebell.tv erfahren wollten:

Fast alle Aussagen im Video würde sms heute noch machen. Trotzdem: das Interview ist über vier Jahre alt – seither hat sich im Web 2.0 viel getan. Vor kurzem ist von tp und sms das Buch Die Form der Unruhe, Band 2 erschienen. Darin fassen sie ihre Erkenntnisse aus all den Jahren Interneterlebnis zusammen.

Nicht nur sms und tp glaub(t)en an rebell.tv. Der thurgauer Unternehmer Daniel Model investierte viel Geld in das Projekt. Per Ende Jahr läuft der Vertrag mit dem Unternehmer aus und soll nicht verlängert werden – das Ende für rebell.tv.

Die Youtube-Videos von rebell.tv wurden bereits unwiederruflich gelöscht. Die Webseite soll am 31.12.2010 vom Netz gehen – tausende Interviews mit Menschen aus der ganzen Welt verschwinden.

Deshalb hier noch ein paar Videos, die mir gerade spontan in den Sinn gekommen sind – guckt sie euch an solange ihr noch könnt:

Spaziergang mit Jean Ziegler

Auf der Baustelle mit Moritz Leuenberger

Riz Khan von Al Jazeera über Blogs

Regula Stämpfli über ihre Hakennase und pornografisierte Werbung

Moritz Leuenberger über Erneuerung …äähh Neugestaltung …ääh Neuinterpretation

Tim Guldimann – ehemaliger Schweizer Botschafter in Teheran

Zurück ins Cabaret Votltaire: Nachdem sms die Accounts – falls überhaupt möglich – unwiderruflich gelöscht hatte, blieb nur noch eines: sich vom Rebellen mit den orangen Hosen zu verabschieden und sich wieder in einen angepassten Bürger zu verwandeln:

&#134 Rest in Peace rebell.tv &#134

Links dazu:

Das KleinReport-Interview mit Cabaret Voltaire Direktor Philipp Meier über die Beerdigung: «Ich möchte den Medienmachern beim Denken zusehen»

Die 12 Lieblingsmomente aus rebell.tv des Umblätterers

Und immer noch lesenswert: Sonntagszeitung vom 26. November 2006

Jedes Cherzli zellt

Dezember 19th, 2010

Bundesplatz, Samstagabend, 18. Dezember 2010

Links: JRZ in Zusammenarbeit mit DRS 3, SF und der Glückskette

Rechts: Caritas in Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche und der Glückskette

PROGRrrr

Dezember 18th, 2010

Das PROGR-Büsi Gr ist gemäss 20 Minuten wieder zu Hause. Und ich kann bestätigen: Die Zeitung hat Recht.